Kinderwagen im Hausflur abstellen – die rechtliche Gesetzeslage

Die meisten jungen Eltern kennen das Problem: Wer nicht gerade stolzer Besitzer eines Eigenheims in Form eines Reihenhauses oder Einfamilienhauses ist, der muss seinen Kinderwagen auch einmal im Hausflur des Miethauses abstellen.

Knorr Baby Kinderwagen

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Denn gerade die schweren Kombikinderwagen sind hierbei angesprochen. Diese sind auch zusammengeklappt immer noch relativ schwer und sperrig und die wenigsten jungen Eltern haben Lust den Kinderwagen mehrmals täglich vom dritten Stock runter zu tragen.

Dabei ist das Stockwerk natürlich nicht entscheidend. Auch im ersten, zweiten oder vierten Stock ist das Ganze mehr als lästig. Deswegen stellen viele junge Eltern ihren Kinderwagen oder auch Buggy im Hausflur oder Treppenhaus ab.

Allerdings ist das in den meisten Mehrfamilienhäusern in der Hausordnung untersagt. Wer sich mal eine klassische Standard Hausordnung eines Mietshauses angesehen hat, der weiß, dass eigentlich alles verboten ist. Damit schützen sich die Vermieter vor rechtlichen Ansprüchen der Mieter, weil natürlich nicht alle immer so verständnisvoll sind.

Verständnis für junge Eltern mit Kindern leider Mangelware!

Viele Eltern haben das schon am eigenen Leib erfahren müssen, dass Dritte sich relativ schnell gestört fühlen wegen Kindergeschrei und auch wegen abgestellter Kinderwagen. Oftmals kommen auch mehrere Faktoren zusammen und die genervten Nachbarn “schießen auf alles”, was mit ihnen in Zusammenhang steht. Da reicht es vielen Leuten schon, wenn ihre Mittagsschlaf einmal durch Kindergeschrei gestört wird.

Und hat man sich erst mal einen (Früh-)Rentner zum Feind gemacht, dann muss man sich warm anziehen. Denn die überschüssige Zeit im Rentendasein nutzen viele, um ihre Mitbürger zu malträtieren und bevorzugt auf junge Leute loszugehen. Zumindest ist das unser Eindruck, wenn wir die zahlreichen E-Mails – die uns erreichen – auswerten.

Verständnis und Miteinander ist hier eher selten. Meistens wird sofort mit rechtlichen Konsequenzen gedroht, wenn Eltern den Kombikinderwagen oder Buggy im Treppenhaus oder Hausflur abstellen. Aber wie sieht die rechtliche Lage eigentlich wirklich aus? Sind sie dazu verpflichtet den Kinderwagen jedes Mal in die Wohnung zu tragen oder haben Sie nicht auch das Recht durch den Gesetzgeber, den Kinderwagen im Erdgeschoss abzustellen.

Die Hausordnung der meisten Hausgemeinschaften

Kinderwagen in der Wohnung

Kinderwagen in der Wohnung

Wie oben schon kurz angedeutet wird in den meisten Hausordnungen das abstellen von Kinderwagen im Treppenhaus oder Hausflur generell untersagt. Allerdings hat der Gesetzgeber und auch die Gerichte in zahlreichen Urteilen schon darüber entschieden, dass dies pauschal nicht zulässig ist.

Wenn es Ihnen unzumutbar ist, jedes Mal den Kinderwagen hoch zu tragen, dann gelten hier Ausnahmeregelungen. Allerdings ist das immer mit der Einschränkung verbunden, dass die anderen Mitbewohner nicht eingeschränkt oder behindert werden durch das abstellen des Kinderwagens im Hausflur oder Treppenhaus. Dies ist natürlich ein relativ subjektiver Begriff und leichte Einschränkungen sind auch hinzunehmen. Wenn allerdings Fluchtwege versperrt werden oder Türen – durch ihren Kinderwagen, dann sollte auch Ihnen klar sein, dass es so nicht geht.

Beachten Sie die Fluchtwege

Voraussetzungen für das abstellen ihres Kinderwagens ist allerdings, dass die Fluchtwege frei bleiben. Denn in puncto Sicherheit kennt der Gesetzgeber keinen Spaß. Natürlich müssen diese Wege frei bleiben, so dass im Brandfall die Bewohner schnell das Haus verlassen können und nicht noch vorher ihren Kinderwagen aus dem Weg schaffen müssen.

Darüber hinaus muss darauf geachtet werden, dass durch den Kinderwagen keine Eingänge zu anderen Wohnungen blockiert werden. Außerdem muss der Zugang zum Briefkasten für alle Bewohner frei sein und nicht erst der Kinderwagen weggeschoben werden müssen. Die Brandschutzbestimmungen müssen eingehalten werden und die Reinigung des Treppenhauses darf nicht behindert sein.

Also relativ viele Dinge, die hier zu beachten sind und sie sehen schon beim Lesen, dass die Entscheidung letztlich immer eine Einzelfallentscheidung ist. Eine rechtliche Auseinandersetzung hier zu riskieren, mit den damit verbundenen hohen Anwalts- und Gerichtskosten, macht für uns überhaupt keinen Sinn. Wir würden Ihnen immer raten offen mit ihren Nachbarn zu sprechen und dann werden die meisten vernünftigen Menschen auch einsehen, dass sie Ihren Kinderwagen auch im Erdgeschoß abstellen können.

Sich an den Vermieter zu wenden ist auch meist relativ sinnlos. Denn Vermieter sind meist darauf bedacht keine Partei im Mietobjekt zu bevorzugen und ja nicht zwischen die Fronten zu geraten. In der Regel empfiehlt man das selber zu klären. Ist ja auch viel einfacher.

Reden Sie mit ihren Nachbarn

Das vernünftigste ist unserer Meinung nach immer: suchen Sie das Gespräch mit ihren Nachbarn. Schildern Sie Ihre Situation und bitten Sie um Verständnis für das abstellen ihres Kinderwagens im Hausflur. Die meisten Nachbarn haben damit überhaupt kein Problem und das vorsorgliche Fragen ist immer besser, weil sich die Nachbarn dann mit einbezogen fühlen.

Macht man es einfach, so riskiert man immer das sich einer auf den Schlips getreten fühlt und nur deswegen einen Riesenaufstand macht. Hat man vorher allerdings gefragt, so zeigen doch viele Verständnis und können dann im Nachhinein natürlich auch nicht mehr von ihrer Position abweichen. Zumindest meistens nicht.

Unser Treppenhaus bzw. Hausflur ist einfach zu schmal oder zu eng

Oftmals kommt es vor, dass gerade sperrige Kombikinderwagen einfach keinen Platz hier finden. Vielleicht haben Sie aber die Möglichkeit den Wagen zusammengeklappt unterzubringen. Das wäre zwar nicht ganz so angenehm, ist aber immer noch die angenehmere Alternative als den Wagen jedes Mal in die Wohnung zu tragen. Denn für einen zusammengeklapptem Kinderwagen findet man eher eine Ecke im Treppenhaus, als für einen aufgebauten.

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