Fahrradanhänger für Kinder und Babys – Ab wann kann man sie nutzen?

Fahrradanhänger für Kinder werden immer beliebter, um mit seinem Nachwuchs und der ganzen Familie einen schönen Ausflug in die Natur zu unternehmen. Gerade passionierte Hobby-Radfahrer, die nun Eltern geworden sind, sind schnell begeisterungsfähig, wenn es im Gespräch auf Fahrradanhänger für Babys und Kinder kommt.

Ein guter Kinderfahrradanhänger

Ein guter Kinderfahrradanhänger

Hier müssen wir allerdings einmal warnen: wir empfehlen nicht Kinder unter zwölf Monate in einem Fahrradanhänger mitzunehmen. Insbesondere nicht, wenn sie auf Waldwegen oder Feldwegen unterwegs sind.

Denn bei Kindern unter zwölf Monaten ist die Wirbelsäule noch sehr instabil und ebenfalls die Nackenmuskulatur. Gleichzeitig haben Babys und junge Kleinkinder einen überproportional großen und schweren Kopf und damit ohnehin schon eine große Belastung für diese beiden Gruppen.

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Erschütterungen im Baby-Fahrradanhänger sind deswegen unserer Meinung nach nicht besonders empfehlenswert, auch wenn einige Hersteller von Kinderfahrradanhängern inzwischen Babyschalenvorrichtungen eingebaut haben. Wir würden Ihnen empfehlen bis zu einem Alter von über 12 Monaten zu warten, um dann ihr Kind mitzunehmen.

Fahrradanhänger oder Kinderfahrradsitz?

Grundsätzlich gilt unserer Meinung nach das oben Gesagte genauso für die Kinderfahrradsitze. Diese sind erst für uns ab einem Alter von zwölf Monaten empfehlenswert und haben gegenüber den Kinderfahrradanhängern einen speziellen Nachteil: in dem Kinderfahrradsitz sind ihre Kleinkinder immer dem Fahrtwind ausgeliefert und das ist für die Gesundheit nicht immer zuträglich. Das hängt natürlich stark vom Wetter ab, aber den Fahrtwind haben sie eben immer.

Deshalb sind wir eher ein Fan von den Kinderfahrradanhängern bei Kleinkindern. Allerdings sollten Sie beim Kauf eines solchen Anhängers einige Dinge beachten, um ihren Nachwuchs sicher und komfortabel zu transportieren. Welche das sind, haben wir hier im Artikel einmal für Sie zusammengestellt.

Die Federung des Fahrradanhängers

Besonders wichtig beim Transport ihres Kindes ist eine gute Federung des Fahrradanhängers. Denn gerade bei sehr kleinen Kindern ist die Wirbelsäule noch nicht so belastbar und schwere Erschütterungen sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Außerdem wird es ihrem Nachwuchs nicht besonders viel Spaß machen, wenn es wie wild durchgerüttelt wird. Zumindest nicht auf Dauer! Deshalb sollten Sie auf eine gute Federungstechnik achten, beim Kauf eines Anhängers.

Reifen beachten

In diesem Zusammenhang ist auch die Qualität der Reifen ein wichtiger Punkt. Denn diese sollten einen möglichst großen Durchmesser haben und der Abstand der beiden Räder zueinander sollte möglichst groß sein, um eine hohe Kippsicherheit und Stabilität des Fahrradanhängers zu gewährleisten.

Denn schließlich wollen sie ja nicht, dass ihr Kind in engen Kurven bei flottem Tempo umkippt. Bei Qualitätsherstellern wird das auch nicht passieren, aber so manches Billigmodell was wir uns schon angesehen haben hat nicht die größte Stabilität gewährleistet. Die Reifen sollten natürlich luftbefüllt sein und als kleinen Tipp für Sie empfehlen wir den Reifendruck um die 1,6 bar zu halten. Denn das federt auch noch einmal gut ab und ein zu hoher Reifendruck fördert die Erschütterungen und Weitergabe von jeder Bodenunebenheit.

Die Sicherheit

Ein ganz wesentlicher Punkt bei einem Kinderfahrradanhänger ist natürlich die Sicherheit des Modells. Hier gibt es einige Aspekte, die man beim Kauf auf jeden Fall genau prüfen sollte. Dazu gehört vor allem das Kupplungssystem, das Fahrrad und Fahrradanhänger verbindet und der Aufbau des Rahmens des Anhängers.

Das Kupplungssystem – Verbindung zwischen Fahrrad und Anhänger

Beim Kupplungssystem ist es wichtig, dass dieses nicht zu starr, aber auch nicht zu weich ist. Denn natürlich sollte der Anhänger sicher mit dem Fahrrad verbunden sein, aber wenn diese Verbindung zu stark fixiert ist, dann leidet die Flexibilität und auch der Federungskomfort.

Ist er allerdings zu weich, dann besteht das Risiko dass sich die Verbindung lösen kann. Unter Aspekten der Flexibilität und Sicherheit sollten Sie deswegen darauf achten, dass ein guter Mittelweg vorliegt. Prüfen Sie die Vorrichtung der Verbindung ruhig etwas massiver, um die Sicherheit zu prüfen. Denn ein Schlagloch darf auf keinen Fall dazu führen, dass sich die Verbindung löst. Denn ein sich selbstständig machender Kinderfahrradanhänger ist ein echter Albtraum für jedermann.

Rahmen und Überrollbügel

Genauso wichtig wie die Verbindung ist ein stabiler Rahmen und ein vorhandener, robuster Überrollbügel. Der Überrollbügel gewährleistet Schutz ihres Kindes bei einem möglichen Überschlag, zum Beispiel infolge eines Unfalls und verhindert das ein Kind schwere Kopfverletzungen oder Verletzungen der Nacken- bzw. Wirbelsäule davon trägt.

Ähnlich wie bei einem professionellen Rennauto kann so ein Überrollbügel die Gesundheit ihres Kindes wirksam schützen. Natürlich wünscht sich kein Mensch einen solchen Unfall, aber trotzdem sollte man dies vorab bedenken. Denn sobald man sich im Straßenverkehr bewegt, ist eben das Risiko einfach da in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden.

Aber auch schon eine notwendige Vollbremsung kann zu so einem Missgeschick führen. Mit einem guten Kinderfahrradanhänger mit Überrollbügel und einem angegurteten Kind liegt das Ganze dann zwar auf dem Kopf, aber ihr Kind wird nicht verletzt.

Das Gurtsystem

Prüfen Sie beim Kauf eines solchen Anhängers unbedingt das Gurtsystem! Ein Drei-Punkt-Gurtsystem sollte es auf jeden Fall sein, besser noch ein Fünf-Punkt-Gurtsystem. Prüfen Sie die Verschlüsse des Systems auf Sicherheit gegen neugierige Kinder.

Denn viele Kinder versuchen auch schon mal den Verschluss zu öffnen und das System muss sicherstellen, dass der Nachwuchs keinesfalls in der Lage ist die Gurte zu lösen. In diesem Zusammenhang auch wichtig ist, dass sie abchecken, ob ihr Kind aus dem Kinderanhänger in der Lage ist in die Reifen zu greifen.

Das kann fatale Verletzungen nach sich ziehen und muss durch seitliche Schutzabdeckungen auf jeden Fall ausgeschlossen sein. D.h. ihr Kind darf auf keinen Fall die Möglichkeit haben beim fahrenden Anhänger in die Reifen mit den Fingern zu kommen. Wenn Sie noch keine Eltern sind, dann kann ich Ihnen versichern, dass die Kinder sehr kreativ sind und alles einmal ausprobieren.

Deswegen müssen wir als Eltern dafür sorgen, dass jede Eventualität bereits im Vorfeld ausgeschlossen wird.

Möglichst tiefer Schwerpunkt

Je tiefer der Schwerpunkt ihres Anhängers ist, desto sicherer und stabiler liegt der auf der Straße. Das ist auch wieder unter dem Risiko eines Überschlag zu betrachten. Denn je besser das Modell konzipiert ist und je tiefer der Schwerpunkt ist, desto unwahrscheinlicher ist auch im Fall einer Vollbremsung ein möglicher Überschlag und damit eine Gefährdung ihres Kindes. Ein tiefer Schwerpunkt und ein breiter Radstand sind Garanten für ein robustes Anhängers-System.

Braucht mein Kind einen Helm im Fahrradanhänger?

Auch wenn es viele Eltern leider nicht tun, so empfehlen wir doch ihrem Kind einen Helm anzuziehen. Denn trotz Überrollbügel und Gurtsystem, kann es bei einem schweren Unfall dazu kommen, dass eines der Systeme versagt und dann ist es überlebenswichtig für ihr Kind, einen stabilen Helm zu tragen. Diese sind inzwischen auch in guter und TÜV geprüfter Qualität sehr günstig zu bekommen und auch wenn ihr Kind drängelt, sollten Sie sich nicht davon abhalten lassen einen solchen Helm ihrem Kind anzuziehen.

Schon so manches Kind wurde durch das Tragen eines solchen Helmes vor schweren Verletzungen verschont. Später, wenn sie einmal selber Fahrradfahrer sind,  dann sind sie schon an das Tragen eines Sicherheitshelms gewöhnt und werden dann auch keinen Aufstand mehr machen.

Gut also, wenn sie ihr Kleinkind jetzt schon darauf vorbereiten :-)

Hilfreiche Dinge

Neben den genannten Punkten gibt es noch zwei Eigenschaften eines Kinderfahrradanhängers, die wir nur empfehlen können:

  • Sicht und Sonnenschutz
  • Wind und wetterfeste Bespannung

Gerade der Sonnenschutz und der Sichtschutz sind für uns sehr wichtig. Das eine hilft zuverlässig vor allzu aggressiven Sonnenstrahlen und einem Blenden ihres Kindes. Der Sichtschutz sorgt nicht nur als Schutz vor Fahrtwind, sondern auch vor Insekten und Mücken, sowie Wespen.

Deswegen auch die Wind und wetterfeste Bespannung, um ihr Kleinkind vor starkem Fahrtwind zu schützen und wetterfest, damit sie auch bei einem Regenguss nicht wie ein begossener Pudel dastehen. Sie als Eltern vielleicht schon, aber wenigstens ihr Kind nicht.

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